Lektüre: Zafira, ein Mädchen aus Syrien

Mit ganz viel Eifer und voller Mitgefühl haben die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4c die Geschichte von Zafira gelesen und ihre Meinungen zum Text aufgeschriebent:

9783867601931Der Text hat mir gut gefallen, weil er an manchen Stellen sehr spannend war und manchmal war der Text auch ein bisschen traurig.
Isabel

Das Buch hat mir gut gefallen, weil die Geschichte spannend war. Besonders interessant fand ich die Flucht aus Syrien.
Laurin

Ich fand dieses Buch interessant und spannend, weil es mir beigebracht hat, was die Flüchtlinge erleben und wie schwierig es ist ein neues zu Hause und ein neues Leben zu haben.
Michelle

Ich fand das Buch gut, weil man das richtig gespürt hat, als sie traurig waren.
Max B.

Der Text hat mir sehr gut gefallen, weil ich durch die Geschichte erfahren habe, wie schlimm es in Syrien ist.                                                                                                         Nele H.

Ich fand die Geschichte sehr schön, weil sie mich berührt hat.                                      Narek

Fragen zum Buch an die Autorin Ursel Scheffler

Was war Ihre persönliche Motivation, eine Geschichte über ein syrisches Flüchtlingskind zu schreiben?
Aktuell motiviert hat mich vor allem das Schicksal der Migrantenkinder, die ich seit Jahren bei Lesungen in Schulklassen treffe. Nicht immer ist die Akzeptanz und Toleranz durch die Mitschüler so, wie man sich das wünscht. Da muss möglichst früh viel Aufklärungsarbeit geleistet werden.

Was ist an der Geschichte authentisch, was ist fiktiv?
Die Geschichte ist ein Mosaik aus beidem, Fiktion und Wirklichkeit. Die Authentizität verschafften mir Besuche in Flüchtlingscamps und Gespräche mit den Eltern und Kindern. Sie erzählten mir von den Wegen und Mühen der Flucht, von Eingliederungsschwierigkeiten, Sprachproblemen, Verlustängsten, Traumata … Es sind auch autobiografische Elemente enthalten. Ich habe als Kind selbst Krieg erlebt. Das geschilderte Bombenloch befand sich in meinem Kinderzimmer. Ich bin selbst mit meiner Mutter in den Bunker gerannt und durch Trümmerfelder im zerstörten Nürnberg gelaufen. Das Gefühl, dass Frieden das Wichtigste auf der Welt ist, habe ich aus meiner Kindheit mitgenommen.

Können Kinder im Grundschulalter die Hintergründe eines solchen Flüchtlingsdramas schon verstehen? Ist das nicht eine Überforderung?
Es ist dringend nötig, dass man mit Kindern über das leider omnipräsente Thema spricht. Allerdings auf Augenhöhe und in einer Weise, die ihnen zuzumuten ist. Ich hoffe, das ist mir in dieser Geschichte gelungen. In der Schilderung bleibt viel Raum für Fantasie. So beschreibe ich etwa nicht den Kampf ums Überleben an der Mittelmeerküste, das überlasse ich den Medien. Ich deute es nur an. Im Klassenraum kann dann entschieden werden, welche Themen man aus aktuellem Anlass vertieft.

Sie sind zurzeit fast täglich in einem Hamburger Flüchtlingscamp und versuchen, Kindern Aufmerksamkeit zu schenken und Abwechslung zu bieten. Welche Erfahrungen machen Sie dort?
Ich merke, dass die Kräfte der Helfer begrenzt sind. Aber wenn jeder nur ein kleines bisschen dazu beiträgt, den neuen Mitbürgern aufgeschlossen und hilfsbereit zu begegnen, erleichtert das die Integration ungemein. Ich mag die Gespräche mit den Kindern aus anderen Ländern, die nach einer Weile genauso gern lachen, Sticker tauschen, am Computer daddeln und Quatsch machen wie Kinder, die hier aufgewachsen sind. Besonders wichtig ist die Sprachförderung, damit sie ihre Gefühle auch ihren Mitschülern gegenüber ausdrücken können. Zum Glück lernen Kinder beneidenswert schnell eine zweite Muttersprache.